Foren … mein Rückzug

Lange Zeit war ich täglich mehrere Stunden in Foren unterwegs, habe fleißig mitdiskutiert und versucht Neulingen den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Getreu dem Motto “jeden Tag eine gute Tat” habe ich auch auf die einfachsten Fragen ausführliche Antworten gegeben. Aber irgendwann ist das einfach ermüdent ständig die gleichen Antworten zu geben und Diskussionen zu führen die schon 1000x mal durchgesprochen wurden. Man gibt kürzere Antworten wie “nutze die Suchfunktion” oder ähnliches, weil man wirklich nicht alles nochmal erklären will. Obwohl man eigentlich nur helfen will und solche Hinweise nicht böse gemeint sind, ist man der “Buh-Mann”. Ein Grund warum einem die Lust an Foren vergehen kann.

Man erstellt FAQs, bittet die Community daran mitzuarbeiten, damit möglichst viel Content gesammelt werden kann. Es beteiligen sich nur wenige und denen die nicht daran mitarbeiten passt nicht, was da zusammengetragen wurde.  Die Motivation sinkt… das Forum nervt.

Dann gibt es noch zwei Gruppen. Die “Markenfetischisten” und die “Trolle”. Beide Seiten können einem den Spaß am Forenleben wirklich vermießen. Die Markenfetischisten lassen keine negativen Kommentare über ihr Produkt zu, während die Trolle sich einen Spaß daraus machen ständig weiter Salz in die bekannten Wunden zu streuen und sich über die Reaktionen der Gegenpartei zu amüsieren. Die Aussage “don’t feed the troll” ist zwar jedem bekannt, aber man kann doch nicht einfach so hinnehmen, das jemand anderes “seine” Marke schlecht macht. Ein Teufelskreis beginnt… der auch dazu beiträgt, dass man die Lust an Foren verliert.

Was ist die Lösung. Nur noch nach Marken seperierte Foren und bei Troll Alarm diese sofort ausschließen? Nein, das würde dazu führen, dass man weiterhin durch seine Welt mit rosa roter Brille läuft und die wahren Mängel über sein System verharmlost, Totschweigt oder verdrängt.

Die Lösung muß jeder für sich selbst finden…

Ich für meinen Teil habe beschlossen mich aus Internet Diskussionsforen zurückzuziehen. Sie werden mir nur noch als Informationsquelle dienen. Aktiv werde ich mich nur noch in Gallerie Threads beteiligen und meine Bilder zur Bewertung einstellen.
Meine persönliche Meinungen, Erfahrungen und Tipps etc. werde ich hier im Blog von mir geben. Ich muß nicht darüber Diskutieren ob Produkt A oder B besser ist. Ich lese mir lieber ehrliche User-Reviews durch, probiere selbst und bilde mir so meine eigene Meinung. Wenn sie einer liest, ists gut. Wenn nicht dann nicht. Ich habe meine “gute Tat” vollbracht. Ob jemand Konsumiert, kann jeder selbst entscheiden… ob meine Meinung für ihn wichtig ist oder eben nicht.

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Tagebuch eintrag…

Liebes Tagebuch, :-)
ich kaufte mir damals vor knapp 2 Jahren eine digitale Spiegelreflexkamera. Eine Sigma SD10. Ich kannte mich damals so gut wie überhaupt nicht aus, dass eigentlich nur das Geld entscheidete. Zur Auswahl stand eine 300D und eben die SD10. Die Canon war mir irgendwie zu Mainstream. Ich bin kein toter Fisch, der im Strom des Kommerz schwimmt. Ich bin ein Individualist und so entschied ich mich für die SD10. Bald merkte ich, das man mit der Sigma wirklich “anders” war. Man wurde von den Kollegen im Fotoclub gefragt, seit wann den Sigma Kameras baut? Das das Gehäuse voll der Klotz und häßlich sei! Das der Spiegelschlag sich anhört als würde ein Pferd gegen die Tür treten. Ich war aber stolz und zufrieden mit der Kamera und merkte schnell, dass man mit der Sigma sich immer und überall rechtfertigen muß. Ich fotografierte fleißig, habe in Objektive investiert weil ich die Bilder die ich im Kopf hatte immer aufgrund der fehlenden Brennweite nicht machen konnte. So sammelten sich im laufe der Zeit einige Gläser an. Verunsichert durch die ständigen Kommentare von den anderen Leuten und durch die lange Verzögerung des SD10 Nachfolgers (der SD14) habe ich oft überlegt, nicht aufs falsche Pferd gesetzt zu haben und vielleicht doch die 300D hätte nehmen sollen.
Allerdings, sind solche Leute wie Felix Wesch und Carl Rytterfalk  für mich Vorbilder, dass ich selbst mit den “in den Test so schlechten” Sigmas genial, atemberaubende, wunderschöne Bilder zaubern kann. Es stimmt einfach wirklich, dass es nicht die Kamera ist, die die Bilder macht, sondern der Fotograf DAS Bild macht. Einen Blick fürs Motiv, für Licht, Farbe, Form und Emmotion kann keine Kamera Elektronik der Welt ersetzten, auch nicht mit 20MPixel und 0 Rauschen bei ISO 6400.
Die Sigma sind nicht für jeden Einsatzzweck geeignet, dass mag stimmen, aber es sind keine schlechten Kameras, wie es so häufig in den genialen Testberichten der “Fachzeitschriften” festgestellt wird. Eine SD14 ist nicht für jeden Knipser geeignet, der sich eine DSLR kauft um endlich eine Spiegelreflex zu haben (weil ja die so gut sind) und dann danach enttäuscht ist, weil Bilder unscharf sind (zu lange Verschlußzeit), trotzdem nur auf einem Konzert trotzdem nur die Köpfe des Vordermanns gut ausgeleuchtet sind (Blitz benutzt bei 50m Abstand zur Bühne) oder schlicht und ergreifen das Model nicht besser aussieht, nur weil doch jetzt mit einer Spiegelreflex fotografiert. Sie verlangt es einfach (mehr als jede Kamera der anderen Hersteller) sich mit der Materie der Fotografie auseinander zu setzen. Zusammenhänge von Blende/Zeit/Empfindlichkeit zu kennen und das Blitzen “aus dem FF” zu beherschen. Da nachträgliches aufhellen mitunter tragisch werden kann.  Es ist keine Point and Shot Allroundkamera. Leute die eine Allroundkamera wollen wären bei den sogenannten BridgeKameras besser aufgehoben. Sie brauchen keine Wechselobjektive. Ein speziell auf die BridgeKamera gerechnetes Superzoomobjektiv wäre die EierlegendeWollMilchSau für diese Zielgruppe. Aber warum werden diese Bridgekameras immer weniger. Klar, die DSLRs werden immer billiger und der Hype sagt, nur mit einer Spiegelreflex lassen sich gute Bilder machen. Traurig, aber war.
Doch zurück zu der SD14. Sie eignet sich fürs Studio, fürs Landschaft, für Portrais, Konzerte und für StillLifes und alles bei dem es gemütlich und mit einigermaßen Licht zu geht. Sie eignet sich nicht für schnelle Sportarten in dunklen Hallen oder überhaupt für Sachen, bei denen es auf schnelle Bildfolgen ankommt, da es beim speichern extrem gemütlich zugeht. Wer über schlechte Verarbeitung bei der SD14 schimpft den kann ich nicht verstehen. Wer sagt, die SD14 hat ja Feature XYZ nicht, der hat recht. Aber vieles wird doch wenn man ehrlich ist überhaupt nicht benötigt. Es sind meistens “Nice-to-have” Dinge die man halt hat, aber im Fotografenleben sogut wie nie braucht. Was ich an der SD14 vermisse wäre eine Automatische ISO anpassung mit 1/3 EV, wo ich Zeit und Blende einstelle und die Kamera den passenden ISO Wert ermittelt. Sowas könnte per Firmware evtl. noch nachgerüstet werden (die Hoffnung stirbt zuletzt). Wer über schlechte Bildqualität der SD14 schimpft, der muß Tomaten auf den Augen haben. Die PixelPeeperei, wie sie in manchen Foren ausgeübt wird ist der totale quatsch. Wann kommt endlich die freiwillige Hersteller Selbstbeschränkung von Megapixeln bei APS-DSLRs. Über Megapixel braucht man nicht mehr diskutieren. Die wenigsten die 10MPixel und mehr haben nutzen diese Auflösung überhaupt aus. Und die RAWs der SD14 lassen sich bei Bedarf hervorragend hochskalieren. Die übrige Zeit habe ich kleine Bilddateien, die in der Bildbearbeitung nicht einen Highend Rechner fordern.
Würde ich nochmal zu einer Sigma greifen, wenn ich vor der Entscheidung stehe? Eine schwere Frage, die ich nicht beantworten kann. Die Entscheidung wäre zwischen Fuji S5Pro einer Pentax K10D und der SD14. Wobei ich im moment aufgrund des günstigen Preisen wohl bei der Sigma hängen bleiben würde. Da die Foveontechnik einfach einen gewissen Reiz ausübt. Ja da  ist er wieder der Individualist, der sich auch bei seinen anderen Hobbys immer dafür entscheidet, was anders ist und nicht jeder hat. Der ein Auto fährt, das ja nur ein Fiat ist, aber mehr über seinen Fahrer aussagt als jeder VW oder Audi.
Den rapiden Preisverfall der SD14 kann ich allerdings beileibe nicht verstehen, aber er bereitet mir Bauchschmerzen, dass muß ich gestehen. Ob Sigma als Kamera Hersteller aufgibt und die Händler versuchen die Teile schnell loszuwerden? Oder steht eine überarbeitet SD14 vor der Tür, mit allen Gimmicks, die der Prosumermarkt verlangt? Ich weiß es nicht… sollte aber ersteres zutrefen, dann werde ich halt weiter mit der SD10/SD14/SA7 fotografieren und abwarten, was sich am Markt so tut. Bleibt ja immernoch die Möglichkeit die Sigma SA Objektive auf Canon umzubauen.

Genug ausgekotzt für heute… hat gut getan!

 Ach übrigens frage ich mich ob hier das hier überhaupt jemand liest, oder ob ich diesen Blog für mich alleine schreib (was auch nicht schlimm wäre :) ) Wenn jemand liest, dann postet doch mal nen Kommentar.

 13.10.07
Nachtrag:
heute war ich mal im Saturn hab mal ein paar andere Kameras in die Hand genommen. Also, da muß man wirklich sagen “die Kochen alle nur mit Wasser”.
Der Sucher der Olympus ist ja wohl ein Witz hoch 10. Das Ding ist ja so winzig… *kopfschüttel*. Schon klar das die vorne dran sind mit dem Live View, weil man mit dem Sucher keinen Blumentopf gewinnen kann. Gleiches gilt für Nikon (getestet D200) dieser Sucher ist ja sowas von dunkel. Vom Gehäuse her sind sie alle auf dem selben Niveau wie die SD14 die schenken sich alle nix. Wobei das Olympus viel zu klein ist. Für mich hat das Pentax (K10D) den wertigsten Eindruck gemacht. Die anderen Sony und Olympus sind naja. Über Geschmack läßt sich ja bekanntlich sehr schön streiten :-)

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etwas enttäuscht…

sdim0374.jpg2 Tage Sandboarding WM und die SD14 war ständig mit dabei. Bin etwas enttäuscht , denn zum einen habe ich nicht die Bilder geschossen wie ich sie im Kopf hatte (was an den Gegebenheiten Vorort und an dem hinter der Kamera gelegen hat :) ) und zum anderen sind mir Sachen bei der SD14 negativ aufgefallen.

sdim0379.jpgBilder auf dem Display manchmal unter aller sau, nur Graustufen, mit riesigen Blockartifakten und insgesamt wirklich so, dass man nicht sagen kann ob das Bild jetzt was geworden ist oder nicht.

Wenn der Akku dem Ende zugeht, dann hängt sich die Kamer einfach auf. Am Display stehen noch alle Daten, aber man kann den Auslöser nicht mehr drücken. Wie ich finde ein sehr seltsames Verhalten.

sdim0383.jpgEinschalteverzögerung ist wirklich am negativsten aufgefallen. Nicht nur die Verzögerung, wenn ich die Kamera einschalte, sondern auch wenn die Kamera aus dem Standby-Modus wieder aufgeweckt werden soll. Dadurch gingen mir einige interessante Szenen durch die Lappen. Wirklich ein gewaltiger Rückschritt zur SD10, was die SD14 eigentlich für spontane Streetfotos ausscheiden läßt. Man müßte die automatische Abschaltung deaktivieren. Wie sich das allerdings auf den Akkus auswirkt müßte man mal in nem Langzeittest ermitteln.

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