Das ganze Web, TV und Printmedien sprechen die Tage nur von einem … “Google Chrome“. Der neue Browser vom Suchmaschinenbetreiber Google sorgt kräftig für Wirbel. Dass er Webseiten blitzschnell aufbaut und mit welchen tollen Features er bestückt wurde, wurde bisher schon ausgiebig unter die Lupe genommen. Als Fotograf hab ich den Browser einen ganz anderen Test unterzogen, nämlich ob das neue Web-Anzeigeprogramm auch das Farbmanagement unterstützt.
Hätte mich jemand vor diesem Test gefragt, ob Chrome farbmanagementfähig ist, hätte ich wahrscheinlich ohne zu zögern mit ‘ja’ geantwortet. Da der Google Browser auf der Webkit Engine basiert, die auch Apples Safari Browser benutzt und dieser seit ‘Version 3′ Farbprofile richtig anzeigt. Allerdings ist Chrome NICHT fähig die in die Bilddateien eingebettenen Farbprofile richtig zu interpretieren. Ich hoffe doch, dass dieses Feature in einer zukünftigen Version von Chrome noch nachgerüstet wird. Es ist ja auch erst eine Beta-Version…
Farbmanagementfähig sind also im Moment weiterhin nur zwei Browser – der Safari von Appleund der Firefox 3.0 von Mozilla. Wobei beim Firefox das Farbmanagement manuell freigeschaltet werde muss (wie das funktioniert, beschreibt diese Anleitung sehr gut.)
Ob der Browser farbmanagmentfähig ist, kann man leicht mit dem Testbild “Farbkreis” von FC-Prints.de testen. Wird hier die Farbe in Textform passend zur Farbe im Farbkreis angezeigt, unterstützt der Browser das eingebettete Farbprofil.

Google Chrome - unterstüzt leider kein Farbmanagement

Mozilla Firefox 3.0 - Farbmanagement nach aktivierung

Apple Safari - Standardmäßige unterstützung für Farbprofile
Einen weiteren Test, der das Problem von Browsern verdeutlicht, die keine eingebetten Farbprofile unterstützen, gibt es bei Beitinger.de

Größtenteils sind Bilder im Internet im Farbraum sRGB abgespeichert, welche alle Browser darstellen können. Sollte ein Fotograf aus Qualitätsgründen seine Bilder aber im größeren AdobeRGB-Farbraum abgespeichert haben, kommt es bei Browsern, die kein Farbmanagement beherrschen eben zur fehlerhaften Darstellung der Farben. Die Bilder sehen dann meisten matt und verwaschen aus (sRGB anstelle von AdobeRGB). Die oben gezeigten Beispiele sind zur Verdeutlichung mit extremen Profilen erstellt, bei denen die Farbkanäle getauscht wurden.
Wer sich ausgiebig mit dem Thema Farbmanagement beschäftigen will, kann sich mit diesen Links auseinandersetzen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Farbmanagement
http://www.filmscanner.info/Farbmanagement.html
http://foto.beitinger.de/browser_farbmanagement/index.html
http://www.fc-prints.de/farbmanagement/monitorkallibration/via-testprint.html
Obwohl das Thema eigentlich von der Presse schon quer durch den Kakao gezogen wurde, muss ich jetzt doch nochmal selbst dazu Stellung nehmen.
Datenenschutz!!!
Ich finde es wirklich amüsant, wie auf Google und seine Sammelwut reagiert wird. Da wird mit dem Verlust der Privatsphäre und mit dem gläsernen Surfer argumentiert und das Wort “Datenkrake” gehört zum Wortschatz jedes “PC-Experten”.
Die Leute, die am lautesten “Spionage” schreien, sind es meistens, die bei Themen wie Bundestrojaner und Onlinedurchsuchung mit dem Kommentar “ich habe ja nichts zu verbergen” argumentieren.
Der biometrischen Reisepass, der sich durch einfache Funktechnik im Vorbeigehen von Unbefugten auslesen lässt, wird mit ”ja aber wenns doch sein muss” kommentiert.
Oder jene Zeitgenossen, die sich im täglichen Leben mit Paypack, HappyDigits oder ähnlichen Punktesystemen “tolle Prämien” erkaufen, merken wohl nicht, dass diese Systeme das Einkaufsverhalten genauso analysieren. Aber Google ist ja so böse.
Zum Thema Google und Datenschutz. Hier hat mir besonders die Kolumne von Stern.de gefallen, die vorschlägt seine Daten im Internet bei verschiedenen Anbietern zu “streuen”.
Die Bloger von Spreeblick.de haben sich dem Thema auch nocheinmal angenommen. Sie entkräften und erklären einige Stammtisch-Thesen.
Datenschutz ist wichtig - keine Frage! Die Regierung hat es endlich, nach den Skandalen der letzten Wochen (z.B. Telekom, Call-Center), auch erkannt. Sie hat einen Gesetzesentwurf zum Thema ‘Datenmissbrauch’ eingereicht, der bis Ende November dem Kabinett vorgelegt werden soll. Ein Schritt in die richtige Richtung. Hier sind nämlich wirklich personenbezogene Daten zu schützen und nicht irgendwelche anonymisierten Surfprofile. Denoch sollte jeder selbst entscheiden welche Daten er im Internet von sich Preis gibt.
